Merken An meinem ersten Herbst in einer winzigen Küche probierte ich Miso-Paste zum ersten Mal richtig aus, nicht nur in Suppe. Der Lachs kam perfekt aus dem Ofen, die Glasur schimmerte golden und duftete süß-salzig. Ich hatte Spinat dazu geplant, aber fast zu viel Ingwer hineingeschnitten – am Ende war es genau richtig. Seitdem ist dieses Gericht mein Retter, wenn ich etwas Leichtes, Nahrhaftes und doch Besonderes brauche. Es fühlt sich jedes Mal an wie ein kleines Fest auf dem Teller.
Ich erinnere mich an einen Freitagabend, als Freunde spontan vorbeikamen und ich nur Lachs im Kühlschrank hatte. Ich mixte die Glasur zusammen, schob alles in den Ofen und schwenkte den Spinat in letzter Sekunde durch die Pfanne. Der Duft von Ingwer und Miso füllte die Küche, und alle dachten, ich hätte stundenlang gekocht. Seitdem ist dieses Rezept mein Geheimtrick für entspannte Dinner, die trotzdem beeindrucken.
Zutaten
- Lachsfilets (4 Stück, je ca. 150 g, mit oder ohne Haut): Die Haut wird beim Backen knusprig und schützt das Fleisch, aber auch ohne Haut gelingt der Lachs saftig und zart.
- Weiße Miso-Paste (2 EL): Sie ist milder als dunkle Miso und bringt eine dezente Salzigkeit mit zartem Umami, ohne zu dominant zu sein.
- Mirin (1 EL, alternativ trockener Sherry): Der süße Reiswein gibt der Glasur Glanz und Balance, Sherry funktioniert überraschend gut als Ersatz.
- Sojasauce, natriumarm (1 EL): Verstärkt die salzigen Noten, ohne das Gericht zu überladen, achte auf glutenfreie Varianten bei Bedarf.
- Honig oder Ahornsirup (1 EL): Karamellisiert im Ofen leicht und rundet die Glasur mit einer sanften Süße ab.
- Sesamöl (1 TL): Ein Hauch nussiger Tiefe, der typisch für asiatisch inspirierte Gerichte ist.
- Frisch geriebener Ingwer (1 TL für Glasur, 1 EL julienne für Spinat): Bringt Frische und eine leichte Schärfe, die das Gericht lebendig macht.
- Olivenöl oder Sesamöl (2 EL): Zum Anbraten des Spinats, Sesamöl verstärkt den asiatischen Charakter.
- Schalotte, dünn geschnitten (1 große): Milder und süßer als Zwiebeln, schmilzt fast im Spinat und gibt ihm Struktur.
- Knoblauchzehen, gehackt (2): Unverzichtbar für Aroma, nicht zu lange anbraten, sonst wird er bitter.
- Frischer Baby-Spinat (400 g): Fällt beim Garen stark zusammen, deshalb keine Sorge vor der Menge, er wird samtig und nährstoffreich.
- Schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen: Zum Abschmecken, gibt dem Spinat eine feine Würze.
- Zitronenspalten zum Servieren: Ein Spritzer Säure hebt den Lachs und bringt alles ins Gleichgewicht.
Zubereitung
- Ofen vorbereiten:
- Heize den Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vor und lege ein Backblech mit Backpapier aus. So klebt nichts fest und die Glasur kann schön karamellisieren.
- Miso-Glasur anrühren:
- Verrühre in einer kleinen Schüssel Miso-Paste, Mirin, Sojasauce, Honig, Sesamöl und geriebenen Ingwer zu einer glatten, duftenden Paste. Der Geruch ist schon beim Mischen unwiderstehlich.
- Lachs vorbereiten und glasieren:
- Tupfe die Lachsfilets trocken und lege sie auf das Backblech. Bestreiche sie großzügig mit der Miso-Glasur, sodass jedes Filet gleichmäßig bedeckt ist.
- Lachs backen:
- Schiebe das Blech in den Ofen und backe den Lachs 10 bis 12 Minuten, bis er gerade durchgegart ist und die Oberfläche leicht karamellisiert. Er sollte innen noch zart und saftig sein.
- Spinat anbraten:
- Erhitze Olivenöl oder Sesamöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze. Brate Schalotte, Knoblauch und Ingwerstreifen 1 bis 2 Minuten an, bis alles duftet und die Schalotte weich wird.
- Spinat hinzufügen und würzen:
- Gib den Spinat portionsweise in die Pfanne und rühre, bis er zusammenfällt. Würze mit Sojasauce und frisch gemahlenem Pfeffer, der Spinat sollte glänzen und aromatisch sein.
- Anrichten und servieren:
- Verteile den Spinat auf Teller, lege je ein Lachsfilet darauf und serviere mit Zitronenspalten. Ein Spritzer Zitrone kurz vor dem Essen macht alles frisch und rund.
Merken Einmal machte ich dieses Gericht für meine Mutter, die sonst skeptisch gegenüber Miso war. Nach dem ersten Bissen schaute sie mich überrascht an und meinte, das sei der beste Lachs, den sie je gegessen habe. Seitdem frage ich mich, warum ich nicht früher angefangen habe, mit Miso zu kochen. Es verwandelt einfache Zutaten in etwas Besonderes, ohne viel Aufwand.
Variationen und Anpassungen
Du kannst die Glasur auch für Hühnerbrust oder festen Tofu verwenden, einfach die Backzeit entsprechend anpassen. Wenn du es schärfer magst, rühre eine Prise Chiliflocken oder etwas Sriracha in die Miso-Mischung. Für eine vegane Version ersetze den Lachs durch dicke Auberginenscheiben und den Honig durch Ahornsirup. Pak Choi oder Mangold passen ebenfalls hervorragend statt Spinat, sie bringen eine leicht bittere Note mit.
Serviervorschläge
Ich serviere den Lachs oft mit gedämpftem Jasminreis oder Quinoa, die saugen die Aromen wunderbar auf. Ein knackiger Gurkensalat mit Reisessig und Sesam passt perfekt dazu und bringt Frische auf den Teller. Wenn du es reichhaltiger magst, reiche eine Schale Edamame oder eingelegten Ingwer dazu. Ein kühler Sauvignon Blanc oder ein leichtes japanisches Bier runden das Ganze ab.
Aufbewahrung und Resteverwertung
Reste halten sich im Kühlschrank bis zu zwei Tage in einem luftdichten Behälter. Ich wärme den Lachs vorsichtig in der Pfanne oder im Ofen bei niedriger Temperatur auf, damit er nicht austrocknet. Der Spinat lässt sich kalt auch super in einem Wrap oder als Füllung für Onigiri verwenden. Einfrieren würde ich den Lachs nicht empfehlen, die Textur leidet darunter.
- Streue vor dem Servieren geröstete Sesamsamen oder Frühlingszwiebeln über den Lachs, das gibt Biss und Farbe.
- Für eine Meal-Prep-Version glasiere den Lachs im Voraus und backe ihn frisch, der Spinat lässt sich gut separat vorbereiten.
- Wenn du keinen Mirin findest, nimm einen Schuss Weißwein mit einer Prise Zucker, das funktioniert ebenfalls.
Merken Dieses Gericht hat mir gezeigt, dass gutes Essen nicht kompliziert sein muss, nur ehrlich und mit Liebe gemacht. Probier es aus, du wirst verstehen, warum ich es immer wieder koche.